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Mittelalter


Die zwei ältesten Urkunden des Rothenburger Stadtarchivs vom Würzburger Bischof an den Reichsküchenmeister von   Nordenberg stammen aus dem Jahre 1241. Die städtische Verwaltungsüberlieferung aber beginnt erst mit dem Reichsfreiheitsprivileg von König   Rudolf von Habsburg im Jahre 1274. Vermutlich lagerten die städtischen Urkunden vor der Errichtung des Rathauses in der St. Jakobs Kirche. Die stetige Zunahme der Schriftlichkeit im Spätmittelalter erforderte im 14. Jh. die Ausbildung einer Registratur. Gegen Ende des 14. Jh. sind die Urkunden mit der Fertigstellung des Rathauses wahrscheinlich in dieses überführt worden. 1390 wird bereits von einem Geheimarchiv gesprochen. Die wichtigsten Urkunden waren einer Lade in der Steuerstube untergebracht. Die Zuständigkeit für Archiv, Registratur und Schriftgutverwaltung hatte der Stadtschreiber inne.

 

Frühe Neuzeit bis Verlust der Reichsfreiheit


Der Rathausbrand von 1501, der durch einen Blitzeinschlag auslöst wurde, zerstörte nicht nur den westlichen gotischen Trakt des Rathauses, sondern ließ einen unwiederbringlichen   Teil der Archivalien in Flammen aufgehen, darunter befanden sich ganze Reihen von Stadt- und Missivenbücher und Aktenbände. "žSchriften gehen zugrunde und die Bücher des trefflichen Rates/ die Jahrhunderte lang treulich die Väter bewahrt"œ (Johannes Beuchel). Gegen Ende des 17. Jh. erfolgten umfangreiche Ordnungsarbeiten in Archiv und Registratur. Hierzu wurden zwei Archivschränke in Auftrag gegeben. Diese seltenen Repositorien sind heute noch erhalten und stehen im Foyer des Stadtarchivs.

Mit dem Verlust der Reichsfreiheit in den Jahren 1802/03 erhob das Königreich Bayern als Rechtsnachfolger Anspruch auf die Übernahme von staatsrelevanten Archivalien. In mehreren Abgaben mussten wertvolle Bestände an das Reichsarchiv München, Rentamt Rothenburg und Landgericht abgegeben werden. 50 Zentner Archivalien aber wurden vom Verwaltungsrat und Historiograph Johann David von Winterbach als "žStampfgut"œ an Papierfabrikanten und Kaufleute verkauft und der Rest einer Flachsspinnerei übergeben. Jeder, der über ein Rothenburger Thema arbeitet, muss heute mehrere Archive besuchen, die im Besitz der zerrissenen Rothenburger Bestände sind. Hierzu gehören das Hauptstaatsarchiv München, die Staatsarchive Nürnberg, Ludwigsburg, Würzburg und Bamberg sowie das Archiv des Germanischen Nationalmuseums Nürnberg.    

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Ende 19. Jahrhundert bis heute


Das "žgeplünderte"œ Archiv lag mit seinen verbliebenen Schätzen im Chaos. Auf Anordnung des Direktors des bayrischen Staatsarchivs wurde 1881 bis 1888 die Archivalien geordnet und neu registriert. Am 31. April 1945 brannte das Rathaus bei dem Fliegerangriff aus.   Obwohl der größte Teil der städtischen Registratur zwischen 1920 bis 1945 verbrannte, blieben die Archivalien in den Gewölben vom Feuer verschont. 1959 zog das Archiv vom Rathaus ins frühere Büttelhaus am Markusturm um.

 


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