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Pittoresk - Rothenburg als Landschaftsgarten und als SIGHTCITY®

"… denn in der ganzen Welt gäbe es keinen Ort wie diesen…"

Die kulturellen Themenjahre 2019 bis 2021 zum pittoresken Rothenburg ob der Tauber

Rothenburg ob der Tauber zählt zu Bayerns Sightcities® – Bayerns Städte mit besonderem kulturellen Flair

Tauchen Sie gern in vergangene Zeiten ein? Wir nehmen Sie mit auf eine Entdeckungsreise in das Rothenburg des späten 19. Jahrhunderts und frühen 20. Jahrhunderts.

  

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde Rothenburg ob der Tauber als ein in der Zeit stehengebliebenes mittelalterliches Kleinod wiederentdeckt. Maler wie Carl Spitzweg, Dichter (Paul Heyse), Kunsthistoriker (Georg Dehio) und Architekten (Camillo Sitte) hatten daran maßgeblichen Anteil. Für Deutschland war Wilhelm Heinrich Riehls „Gang durch das Taubertal“ 1865 eine wichtige Publikation, international bewirkten das Historienspiel „Der Meistertrunk“ (1881) und die Weltausstellung in Chicago 1893 (Rothenburgs Rathaus als Vorbild für den deutschen Pavillon) ein erhöhtes Echo für Rothenburg ob der Tauber. Bereits Ende der 1860er Jahre hatte der US-amerikanische Maler Toby Rosenthal (1848 – 1917) unter Münchner Malerkollegen den visuellen Reiz Rothenburger Stadtansichten und Genreszenen populär gemacht.

Wiederkehrende Motive in Zeichnungen, Skizzen, Gemälden und Fotografien waren Rothenburgs Stadttore, das Marktplatzensemble samt Marienapotheke sowie die Lage hoch über dem Taubertal („ob der Tauber“) von Westen her. Dieser Motivbestand verdichtete sich vor dem Ersten Weltkrieg zu einem fest gefügten Kanon an Motiven, der in Postkarten- aber auch hochwertigen Fotografie- und Grafikserien massenhaft Verbreitung fand. Neben „mittelalterlich“ wurden bereits um 1900 „romantisch“, „märchenhaft“ und „malerisch“ zu typischen Attributen Rothenburgs – Letzteres übrigens synonym mit dem englischen „picturesque“.

In das angelsächsische Verständnis des „picturesque“, des Malerischen, ist bis um 1900 bereits eine mehr als 100jährige Kunstreflexion eingegangen – man darf sagen, Englands Hauptbeitrag zur modernen Kunstentwicklung stellt eine spezifische Ausprägung des „picturesque“ in Malerei, Landschaftsgestaltung (Landschaftsgarten) und Architektur dar. 

Eben dies „picturesque“ fanden britische Maler wie Elias Bancroft (1846 – 1924), Arthur Wasse (1854 – 1930), James Douglas (1858 – 1911, aber auch Architekten wie Barry Parker (1867 – 1947) und Raymond Unwin (1863 – 1940) in Rothenburgs Landschaft, in seinen Architekturen und Straßenszenen vor: starke Kontrastwirkungen, Unregelmäßigkeiten in Straßenverläufen und Hausfassaden, interessante und abwechslungsreiche Architekturgruppen und architektonischen Ensembles wie dem Marktplatz, ein pikanter Charme des Gotischen, aber auch des Ruinösen, die Vermengung von Natürlichem und Künstlichem und vieles andere mehr. 

 

Die architektonische Gesamtwirkung und die Einbettung in die Landschaft, hoch über der Tauber, inspirierten um 1900 namhafte Architekten der englischen und deutschen Gartenstadtbewegung. Raymond Unwins Planungen für Hampstead Garden Suburb (Nord-London, ab 1906) und Richard Riemerschmids „Grüner Zipfel“ der ersten deutschen Gartenstadt Hellerau bei Dresden (ab 1908) sind motivisch erkennbar von Rothenburg ob der Tauber beeinflusst. Zu Anfang des 20. Jahrhunderts war Rothenburg ob der Tauber damit Sinnbild einer anderen, einer pittoresken Moderne – im Unterschied zur späteren Bauhaus-Moderne. 

Gerade der Blick in das Taubertal unterhalb des heutigen Weinbergs an der Eich stellt so gesehen den Inbegriff eines englischen, pittoresken Landschaftgartens dar: Am gewundenen Lauf der Tauber folgt Mühle auf Mühle, findet sich eine gotische Kirche sowie als zentraler Blickpunkt eine Doppelbrücke – alles eingebettet in das Grün einzelner Baumgruppen und einer gartenhaften Landschaft. Entdecken auch Sie das kunstvolle Erbe Rothenburgs, einer von der Bayern Tourismus Marketing GmbH ausgezeichneten Sightcity®.

 

 

Sonderausstellungen im Mittelalterlichen Kriminalmuseum („Rothenburg on the Tauber – Britische Sichtweisen “; 1. Mai 2021 – Oktober/Dezember 2021) und im Reichsstadtmuseum („Pittoresk! Selbstbild – Fremdbild – Wiederaneignung“; 7. März 2020 – 31. Dezember 2021) samt Gästeführungen, musikalischen und kulturellen Begleitprogrammen zeigen 2019 bis 2021 Rothenburg unter dem Thema "Pittoresk - Picturesque" als idyllischen Rückzugsort und laden Sie ein, die Stadt "kunstvoll" zu entdecken und zu genießen. Wanderungen in die anmutige Landschaft und spezielle Arrangements romantischer Hotels und Restaurants machen Ihren Aufenthalt 2021 in Rothenburg unvergesslich.

 

 

Sonderführung: Romantisches Rothenburg in Bildern

Die Werke verschiedener Künstler der Romantik des 19. Jahrhunderts werden an den Originalschauplätzen präsentiert.

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Gemälde des Plönleins von Elias Bancroft.
Elias Bancroft malt am Marktplatz.
Um 1900 fotografierte der englische Architekt Barry Parker Rothenburgs pittoreske Winkel, so auch die Treppe zu den Überresten der Michaelskapelle beim Reichsküchenmeister.
Garten des Reichsküchenmeisters im Jahr 2018

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