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Jüdische Geschichte in Rothenburg

Der heutige Judenfriedhof erinnert noch an die jüdische Gemeinde in Rothenburg.
Der heutige Judenfriedhof erinnert noch an die jüdische Gemeinde in Rothenburg.

Die jüdische Geschichte Rothenburgs zerfällt – wie die so vieler anderer Städte – in mehrere Abschnitte. Mal waren Juden mehr oder minder geduldet, in anderen Zeiten wurden sie gnadenlos verfolgt. 1520 wurde es Juden gänzlich verboten, die Stadt zu betreten. Die, die noch dort wohnten,  mussten fliehen.

Erst 350 Jahre später, im Jahre 1870 siedelten sich wieder Familien mit jüdischer Abstammung in Rothenburg an. Zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts flammte, angetrieben durch die Hetzpropaganda der Nationalsozialisten, erneut der Antisemitismus auf. Noch vor der Pogromnacht im November 1938 wurden alle Bürger jüdischer Abstammung aus Rothenburg vertrieben. Binnen weniger Jahre hatte Rothenburg keine jüdische Gemeinde mehr.

Führungen zur jüdischen Geschichte

Eine Vielzahl von Spuren und historischen Zeugnissen aus  Jahrhunderten jüdischer Geschichte sind der Stadt erhalten geblieben. Nehmen Sie an einer unserer informativen Führungen teil und erkunden Sie die reiche jüdische Historie Rothenburgs!

Vorschlag für einen ca. 60-minütigen Rundgang zu den wichtigsten Orten:

Kapellenplatz – Weißer Turm – Judengasse – Klosterhof

Die Synagoge am Kapellenplatz.
Die Synagoge am Kapellenplatz.

Rund um den Kapellenplatz

Nach der erstmaligen Erwähnung eines Juden in Rothenburg im Jahre 1180, erlebte die Stadt eine Blüte jüdischer Kultur. Über vierzig Jahre lehrte hier der berühmte Talmud-Experte Rabbi Meir ben Baruch von Rothenburg. Er gründete am Kapellenplatz eine Jeschiwa, eine Schule für Talmud-Studien, die aus ganz Europa Schüler anlockte. An den Meir von Rothenburg erinnert eine Bronzetafel am Kapellenplatz Nr. 5.

Um den Kapellenplatz herum befand sich auch das Zentrum jüdischer Alltagskultur mit Synagoge, Festsaal und Gebrauchsgegenständen für den täglichen Bedarf. Das Viertel hielt mehreren Verfolgungswellen stand, es wurde  immer wieder neu aufgebaut. Nach der vollständigen Vertreibung der Juden 1520 wurden die Synagoge und der Friedhof (am heutigen Schrannenplatz) eingeebnet.

Am Weißen Turm

Der Festsaal Ecke Judengasse / Weißer Turm, das sogenannte „Judentanzhaus“, erinnert noch an die Gemeinde. Sein Gebäude ist genau wie das Rabbi-Meir-Gärtchen ein Nachbau. In die Mauern des Gärtchens sind jüdische Grabsteine eingelassen, allesamt Repliken.

Originale Grabsteine aus dem 13. und 14. Jahrhundert befinden sich in der Judaica-Abteilung des Reichsstadtmuseums im Klosterhof.

Die Judengasse

Die vom Fachwerk geprägte Judengasse trägt ihren Namen seit 1371, hier lebten Juden und Christen Tür an Tür. Sie gilt als „einzige noch erhaltene spätmittelalterliche Judengasse in Europa“.

Im Haus Nr. 10 ist ein – öffentlich nicht zugängliches – jüdisches Ritualbad, Mikwe genannt, erhalten. Noch immer ist es mit Grundwasser gefüllt. Seinen Nachbau finden Sie ebenfalls im Reichsstadtmuseum.

Im Klosterhof

In der Judaica-Sammlung des Reichsstadtmuseums sind mittelalterliche jüdische Grabsteine aus dem 13. und 14. Jahrhundert ausgestellt.

Darüber hinaus sind wertvolle Ritualgegenstände, ein Siegeltypar der jüdischen Gemeinde von 1410, eine Backofen-Krücke und ein Chanukkaleuchter aus Eisenblech zu sehen.

 

Nach Absprache sind Führungen durch die Sammlung möglich.

 

Kontakt:

Reichsstadtmuseum Rothenburg

Klosterhof 5

91541 Rothenburg

Tel.: 09861 / 939043

www.reichsstadtmuseum.de

 

 

Weitere ausführliche Informationen zur jüdischen Geschichte und zu jüdischen Plätzen, Häusern u.a. finden Sie auch beim Verein Alt-Rothenburg.

Gunter Demnig verlegt 2013 Stolpersteine in Rothenburg.
Gunter Demnig verlegt 2013 Stolpersteine in Rothenburg.

Stolpersteine

Am 26. April 2013 wurden in der Altstadt 12 Stolpersteine verlegt, die an die Juden aus Rothenburg erinnern, die während des Nationalsozialismus vertrieben, deportiert, ermordet oder in den Suizid getrieben worden sind, und so den Ort zurückgebracht, an dem sie wohnten.

Bei diesem Projekt des Künstlers Gunter Demnig werden im Bürgersteig oder im Boden der Gasse vor dem Haus des letzten frei gewählten Wohnsitzes Vertriebener etwa zehn mal zehn Zentimeter große Pflastersteine verlegt.

Der eingravierte Text auf der Messingoberfläche des Steins ist kurz gehalten: Hier wohnte... oder Hier lebte.... Es folgen Name, Geburtsjahrgang, häufig das Deportationsjahr und der Todesort.

 

Infos zu den Stolpersteinen und den Schicksalen unter

www.rothenburgtauber-evangelisch.de/tourismus/start.php

Unterpunkt: Geschichte

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